Die Dachdämmung zählt zu den teuersten, aber auch effektivsten Maßnahmen zur Energieeinsparung im Haus. Sie senkt nicht nur die Heiz- und Stromkosten, sondern reduziert auch die CO₂-Emissionen deutlich. Entscheidend für ihre Wirkung ist die Wahl des richtigen Dämmmaterials. Nachhaltige Dämmstoffe gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten nachhaltigen Materialien für die Dachdämmung vor und vergleichen sie in Hinblick auf Nachhaltigkeit, Kosten, Verbreitung und Dämmeigenschaften.
Das Wichtigste in Kürze
- Nachhaltige Materialien werden in Deutschland bei rund 10 % aller Dämmungen verwendet – sie sind meist etwas teurer als herkömmliche Alternativen.
- Holzfaser ist der häufigste nachhaltige Dämmstoff und hat einen Marktanteil von etwa 60 % innerhalb der Naturdämmstoffe.
- Zellulose folgt mit rund 30 %, Hanf und Flachs zusammen mit etwa 10 % Marktanteil.
- Zellulose wird vor allem als Einblasdämmung eingesetzt, während Holzfaser sowie Hanf/Flachs häufig als Dämmplatten verwendet werden.
Warum ist eine Dachdämmung sinnvoll?
Eine Dachdämmung zählt zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um den Energieverbrauch im Haus zu senken. Über das Dach entweichen oft bis zu 20 Prozent der Heizwärme – eine gute Dämmung reduziert diesen Verlust deutlich und senkt so die Heizkosten. Gleichzeitig verringert sich der CO₂-Ausstoß, und der Wert der Immobilie steigt. Zusätzlich machen staatliche Förderprogramme, die bis zu 20 Prozent der Kosten übernehmen, die Investition besonders attraktiv.
Warum es Sinn macht, bei der Dachdämmung auf nachhaltige Materialien zu setzen
Eine Dachdämmung wird in der Regel nur einmal im Leben durchgeführt – sie hält bei fachgerechter Ausführung über 50 Jahre. Umso wichtiger ist es, sich bei der Wahl des Dämmmaterials genau zu überlegen, welche Kriterien entscheidend sind. Neben den Kosten spielen dabei vor allem die Ökobilanz, die Langlebigkeit und der Brandschutz eine zentrale Rolle.
Nachhaltige Dämmmaterialien sind zwar meist etwas teurer, bieten aber eine deutlich bessere Umweltbilanz. Ihre Haltbarkeit ist mit konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder EPS vergleichbar. Bei der Brennbarkeit liegen sie – je nach Material – zwischen dem sehr brennbaren EPS und der nicht brennbaren Mineralwolle.
Im Folgenden schauen wir uns die wichtigsten nachhaltigen Dämmmaterialien genauer an: Holzfaser, Zellulose und Hanf/Flachs.
Holzfaser – das am weitesten verbreitete nachhaltige Material bei der Dämmung

Holzfaser ist der am weitesten verbreitete nachhaltige Dämmstoff in Deutschland und macht rund 60% der Naturdämmstoffe aus. Besonders im Dachbereich wird sie wegen ihrer guten Dämmleistung und Nachhaltigkeit häufig eingesetzt. Holzfaser wird aus Restholz wie Sägespänen oder Hackschnitzeln hergestellt, die mechanisch zerkleinert, mit Wasser aufgeschwemmt und zu stabilen Dämmplatten gepresst werden.
- Kosten: Holzfaserdämmplatten kosten etwa 20–45 €/m² und sind damit teurer als Mineralwolle oder EPS.
- Nachhaltigkeit: Hergestellt aus Holzresten wie Sägespänen oder Hackschnitzeln, ist Holzfaser nachwachsend, CO₂-speichernd und vollständig recycelbar.
- Anwendung: Meist wird sie als Dämmplatte verbaut, seltener als Einblasdämmung – Letzteres vor allem bei Altbauten.
- Brandschutz: Holzfaser ist normal entflammbar (Baustoffklasse B2), aber durch Putz oder Gipsplatten ausreichend geschützt.
Fazit: Holzfaser ist eine gängige und sinnvolle Option bei der Dachdämmung, wenn auf nachhaltige Dämmstoffe gesetzt werden soll. Solider Brandschutz, flexible Anwendung, gute Dämmeigenschaften und eine sehr gute Ökobilanz rechtfertigen den höheren Preis.
Zellulose – der Preis-Leistungs-Sieger unter den nachhaltigen Dämmstoffen

Zellulose ist der zweithäufigste nachhaltige Dämmstoff in Deutschland und macht rund 30% der Naturdämmstoffe aus. Sie wird vor allem bei Dach- und Wandkonstruktionen eingesetzt und überzeugt durch ihre gute Dämmleistung zu vergleichsweise geringen Kosten. Zellulost besteht überwiegend aus recyceltem Zeitungspapier, das zerkleinert, entstaubt und mit mineralischen Salzen für Brand- und Schimmelschutz behandelt wird.
- Kosten: Zellulosedämmung kostet etwa 10–20 €/m² und gehört damit zu den günstigsten nachhaltigen Dämmstoffen.
- Nachhaltigkeit: Zellulose besteht überwiegend aus recyceltem Zeitungspapier. Die Herstellung ist energiearm, das Material vollständig recycelbar und hat eine sehr gute CO₂-Bilanz.
- Anwendung: Zellulose wird fast ausschließlich als Einblasdämmung verarbeitet. Dadurch lassen sich Hohlräume fugenlos ausfüllen – ideal bei Altbauten oder schwer zugänglichen Dachkonstruktionen.
- Brandschutz: Zellulose ist normal entflammbar (Baustoffklasse B2), wird jedoch mit mineralischen Salzen behandelt, die den Brandschutz verbessern und gleichzeitig gegen Schimmel und Schädlinge wirken.
Fazit: Zellulose ist die kostengünstigste nachhaltige Dämmung mit sehr guter Umweltbilanz. Sie bietet effektive Wärmedämmung und Hitzeschutz, ist aber stärker von fachgerechter Verarbeitung und Feuchteschutz abhängig als Plattenmaterialien wie Holzfaser.
Hanf und Flachs – Nischen-Dämmstoff mit schönem Raumklima

Hanf- und Flachsdämmstoffe gehören zu den ältesten und ökologischsten Materialien im Bauwesen. Ihr Marktanteil liegt bei etwa 10% der nachhaltigen Dämmstoffe in Deutschland. Besonders beliebt sind sie bei ökologischen Neubauten und Sanierungen, bei denen Wert auf Wohngesundheit gelegt wird. Hanf/Flachs entsteht aus den Fasern heimischer Nutzpflanzen, die mechanisch aufbereitet, vernadelt und mit natürlichen Bindemitteln zu flexiblen Dämmmatten verarbeitet werden.
- Kosten: Hanf- und Flachsdämmungen kosten etwa 15–30 €/m² und liegen damit preislich zwischen Zellulose und Holzfaser.
- Nachhaltigkeit: Beide Materialien stammen aus regionalem, nachwachsendem Anbau, sind vollständig recycelbar und haben eine hervorragende CO₂-Bilanz. Zudem sind sie angenehm zu verarbeiten und frei von Schadstoffen oder reizenden Fasern.
- Anwendung: Hanf und Flachs werden meist als Matten oder Rollenware verwendet und eignen sich gut für Zwischen- oder Untersparrendämmungen. Aufgrund ihrer geringeren Druckfestigkeit sind sie weniger für Aufsparrendämmungen geeignet.
- Brandschutz: Wie andere Naturdämmstoffe sind Hanf und Flachs normal entflammbar (Baustoffklasse B2). Eine Imprägnierung mit natürlichen Brandschutzmitteln sorgt jedoch für ausreichende Sicherheit.
Fazit: Hanf und Flachs punkten durch ihre natürliche Herkunft, ihr angenehmes Raumklima und eine sehr gute Ökobilanz. Sie sind ideal für Bauherren, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Wohngesundheit legen, auch wenn sie etwas teurer und weniger druckfest sind als Holzfaser.
Förderung einer Dachdämmung mit nachhaltigen Dämmstoffen
Eine Dachdämmung wird vom Staat über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) finanziell unterstützt. Wer die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchführen lässt, kann beim BAFA eine Förderung von bis zu 20 % der Kosten erhalten. Damit reduziert sich der Eigenanteil spürbar, und die Investition in nachhaltige Dämmstoffe wird deutlich attraktiver. Wichtig ist, dass die Maßnahme von einem zugelassenen Energieberater geplant und begleitet wird, um die Förderung zu sichern.

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Fazit: Nachhaltige Dämmstoffe als Zukunftsinvestition
Nachhaltige Dämmstoffe werden bei der Dachdämmung immer gefragter. Zwar sind sie meist teurer als herkömmliche Materialien wie EPS oder Mineralwolle, überzeugen dafür aber durch eine deutlich bessere Ökobilanz. In puncto Haltbarkeit und Brandschutz liegen sie im soliden Mittelfeld.
Am weitesten verbreitet ist die Holzfaser, während Zellulose die günstigste nachhaltige Option darstellt – sie wird allerdings fast ausschließlich als Einblasdämmung eingesetzt. Darüber hinaus gibt es weitere Nischenmaterialien wie Hanf oder Flachs, die vor allem durch ihre ökologische Herstellung und ihr angenehmes Raumklima punkten.
Wenn Sie noch unsicher sind, ob eine Dachdämmung für Ihr Haus sinnvoll ist oder welches Dämmmaterial am besten passt, empfehlen wir eine Energieberatung – oder kontaktieren Sie uns direkt für eine individuelle Einschätzung.